Home-Office

Tagebuch aus dem Home-Office – Unser Team berichtet über seine Erfahrungen

Das Coronavirus – seit Monaten liest man überall davon. Doch wer von uns hätte gedacht, dass es uns so treffen wird? Schulen werden geschlossen, der Unterricht läuft übers e-Learning. Leere Regale im Supermarkt – wer hätte gedacht, dass wir so etwas erleben werden? Das Haus darf nur noch aus vier Gründen verlassen werden:

  • Für dringende Besorgungen zu erledigen
  • Um anderen zu helfen
  • Fürs Arbeiten
  • Um spazieren zu gehen (wenn unbedingt nötig)

Plötzlich heißt es für viele Menschen: Arbeiten im Home-Office. Auch für uns ist es neu, mit diesen Einschränkungen umzugehen, zudem keiner so genau weiß, wie lange das anhalten soll. Eine komische Situation.

Daher haben wir uns entschieden, euch an unseren Erfahrungen teilhaben zu lassen. Bis wir wieder im Normalbetrieb funktionieren, bekommt ihr hier jeden Tag ein Update, wie es uns im Home-Office und mit der allgemeinen Situation ergeht.

 

16.03.2020 Tag 1 im Home-Office

Nicole berichtet:

Eines schonmal vorweg: Es lief besser als gedacht. Bereits den ganzen Sonntag habe ich mir überlegt, wie ich das heute am besten angehe. Es war schon seltsam, das Haus nur für den Spaziergang mit dem Hund zu verlassen. Ganz besonders für mich, die ich immer unterwegs bin. Noch komischer wurde es, als ich mich heute in der Früh nicht herrichten musste, da ich ja allein zu Hause arbeite. Das erwies sich schnell als Fehler. Denn als es hieß, wir machen um 08:30 einen Call und ich nicht wusste, ob mit Bild oder ohne, hatte ich mal kurz Stress mich einigermaßen zu kultivieren.

Nach der ersten Hektik und einer kurzen Besprechung mit meinen Kollegen habe ich mir meine geliebte To-Do-Liste erstellt, um meinen Tag besser zu organisieren. Über den Tag verteilt habe ich öfter mit Sarah telefoniert, denn das Quatschen und gemeinsame Brainstormen mit meiner Kollegin fehlt mir schon sehr. Generell ist es eine für mich noch eine sehr unrealistische Situation und ich bin gespannt, wie es sich entwickelt. Der erste Tag wäre mal geschafft und die Decke ist mir noch nicht auf den Kopf gefallen. Dennoch war das Arbeiten nicht wie sonst. Ich war leichter abgelenkt und es ging mir viel durch den Kopf, die aktuelle Situation, wie es wohl weitergehen wird und wann ich meine Familie wiedersehen kann. Ich bin gespannt, was die nächsten Tage bringen.

Home Office Tag 1

17.03.2020 Tag 2 bei der Heimarbeit

Sarah berichtet:

Als ich mich heute Früh gerade gemütlich mit einer Tasse Kaffee an den Laptop gesetzt habe, schrieb mir eine Freundin (arbeitet im Supermarkt), dass sie sich am liebsten krankmelden würde. Home-Office ist auch schon ein Privileg, das gerade viele Berufsgruppen nicht nutzen können. In meine Arbeitsroutine hab ich auch zuhause schnell gefunden. Während meiner Studienzeit hab ich fast ausschließlich im Home-Office gearbeitet. Aus dieser Zeit hab ich mitgenommen:

  • In der Pyjamahose zu arbeiten ist zwar gemütlich, aber schlecht für die Produktivität. (Und es kann bei Video Calls ganz schnell auffliegen).
  • Geh in deinen Pausen an die frische Luft. Besonders bei dem schönen Frühlingswetter.
  • Feierabend ist Feierabend, auch im Home-Office. Das meiste kann sowieso bis morgen warten.

Das habe ich mir auch an den vergangenen Tagen zu Herzen genommen und war ziemlich produktiv. Im Hinterkopf bleibt aber trotzdem immer die momentane Situation. Gerade wenn man (beruflich) viel in sozialen Medien und Nachrichtenportalen unterwegs ist, bemerkt man irgendwann gar nicht mehr, wie man den ganzen Tag die neuesten Schlagzeilen zu den Corona Entwicklungen liest. Deshalb heißt es für mich heute nach Feierabend: Corona-Info-Detox. Gut für das eigene Wohlbefinden.

Corona Home Office

18.03.2020 Tag 3 zu Hause

Nicole berichtet:

Nichts trifft es besser als: Ich hasse es! Für mich persönlich könnte Home-Office nicht noch schlimmer sein. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich versuche in der Früh alles wie immer zu machen. Das heißt, ich stehe zur selben Zeit auf, gehe dieselbe Runde mit dem Hund spazieren und dann gibt’s Frühstück. Aber im Gegensatz zu normal, muss ich mich dann nicht schminken und anziehen. Ich kann einfach im gemütlichen Gewand vom Spaziergang bleiben und mich gleich im Wohnzimmer an die Arbeit machen.

Keine gemütliche Autofahrt bei lauter Musik. Kein Zwischenstopp beim Billa für einen Schokoriegel oder ein Croissant und vor allem keine Kolleginnen und Kollegen, mit denen man sich austauschen kann. Nein. Ich sitze einfach zuhause und arbeite im Stillen vor mich hin. Heute habe ich es mal mit Radio versucht, um die Stille zu unterbrechen. Nein, der bringt auch nichts. Nach 30 Minuten habe ich es aufgegeben und ihn wieder ausgeschaltet.

Noch dazu bin ich im Haushalt ein ziemlicher „Monk“ und somit ständig von jedem Fussel oder Hundehaar abgelenkt. Daher habe ich heute in der Früh schon gesaugt und alles aufgeräumt bevor es an die Arbeit ging. Das hat mir wenigstens bei dem Problem geholfen. Mit meiner To-Do-Liste weiß ich wenigstens auch immer was zu tun ist und kann mir die Aufgaben gut einteilen. Bei unserer gemeinsamen Besprechung mit meiner Kollegin und unserem Chef heute, hatte ich kurz das Gefühl wieder im Büro zu sein. Meinen Arbeitsplatz vermisse ich schon sehr, obwohl das Home-Office erst drei Tage läuft. Sogar mein Hund ist von meiner ständigen Anwesenheit schon genervt, was ich gut verstehen kann.

Heute geht’s noch raus in den Wald, mal den Kopf freibekommen und die herrliche Natur genießen. Mehr kann man derzeit eh nicht machen. Wobei ich langsam glaube, dass genau das der Grund dafür ist, warum ich mit dem Home-Office so unglücklich bin. Ständig daheim zu sein und wenn ich raus gehe ganz allein unterwegs sein zu müssen, kenne ich so überhaupt nicht. Das einzig Positive: Jetzt freut sich auch mein Freund über einen Spaziergang und begleitet mich nun öfter.

Arbeiten zuhause

 

19.03.2020 Tag 4 im Home-Office

Sarah berichtet:

Der Frühling interessiert sich nicht für Corona, der kommt trotzdem. Heute war ich noch eine lange Runde durch den Wald spazieren, bevor mein Arbeitstag anfing. Das braucht man momentan auch, damit einen nicht die Decke auf den Kopf fällt.

Aber zum Hauptthema dieses Beitrags: Im Gegensatz zu meiner Kollegin geht’s mir noch immer gut im Home Office. Ich bin sogar ziemlich produktiv und ausgeglichen, da mich zuhause nichts ablenkt. Vielleicht kommt ja jetzt doch noch der digitale Nomade in mir hoch.

Ich hab mich aber noch immer nicht daran gewöhnt, dass meine Home-Office Mitarbeiterin ständig meine Stifte vom Tisch schubst und sich dann auf meine Laptoptastatur legt. Aber immerhin ist sie mit Katzenminze und Leckerlis bestechlich (bei meinen Kolleginnen und Kollegen im Büro funktioniert da Schokolade und Kuchen weitaus besser…).

Genug cat content. Bleibt gesund!

Home-Office

20.03.2020 Tag 5 – Die erste Woche ist geschafft!

Nicole berichtet:

Heute haben wir endlich die erste Woche im Home-Office geschafft. Wie sehr ich mich schon wieder auf das Arbeiten im Büro freue, muss ich wohl nicht mehr erzählen. Also kommen wir zu den positiven Dingen. Es gibt bei mir zuhause noch keine Toten aufgrund von Home-Office und Ausgangsbeschränkung. Das ist doch schon mal etwas, oder?

So und jetzt ohne Sarkasmus. Die Woche verlief ohne Zwischenfälle. Meine Arbeit ist erledigt, ich habe sogar mehr geschafft als im Büro und das, obwohl ich abends ständig das Gefühl hatte, nichts getan zu haben. Das ist ja das Komische am Home-Office, man ist vertieft in seine Arbeit schaut dann mal vom Computer hoch, stellt fest, man sitzt zuhause im eigenen Wohnzimmer und fragt sich kurz: „Was tu ich hier eigentlich?“. Kennt das jemand?

Für mich geht’s jetzt erst mal ins Wochenende. Juhuhhuu, es ändert sich nicht viel. Wir bleiben brav zuhause, mit dem Unterschied, das im Wohnzimmer jetzt zwei Tage nicht gearbeitet wird. Ich bin gespannt, wie lange die Maßnahmen tatsächlich anhalten werden. Gsund bleiben. Und ein schönes Wochenende.

Home-Office

23.03.2020 Der 6 Tag im Home-Office – neue Woche neues Glück

Sarah bereichtet:

Liebes Tagebuch,

Woche 2 im Home-Office startet und ein Haufen Arbeit stapelt sich im Posteingang. Da fühlt man sich gleich wie im Büro. Ich denke, mittlerweile haben sich alle gut ins Home-Office eingewöhnt. Man weiß ja nicht, wie lange es anhalten wird, jeden Tag liest man eine andere Prognose. Man kann eigentlich nur Eines: Abwarten.

Damit die Kommunikation nicht verloren geht, bleibt unser Team via Videokonferenzen und Chats in Kontakt. Die täglichen Haustier-Fotos tragen dabei auch ganz gut zur Motivation bei. Aber es fehlt einem natürlich der persönliche Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen. Trotzdem ist es wichtig, weiter durchzuhalten und auch für die daheim zu bleiben, die es nicht können.

Also abwarten und Tee trinken (Kaffee gib’s wohl bei den meisten im Home-Office eh schon genug…)

24.03.2020 Tag 7 das Home-Office geht weiter…

Nicole berichtet:

Alles wie immer im Home-Office und doch irgendwie nicht. Der Spruch meines heutigen Tages: „In homeoffice nobody knows you’re a dog.“

Ja, heute war mal etwas Spaß angesagt bei der Arbeit zuhause. Ich habe mit am Vormittag 20 Minuten Zeit genommen und für unsere Social Media Kanäle ein lustiges Meme erstellt. Mein Hund hat dabei super mitgespielt und sich brav verkleiden lassen. Lachen ohne Ende, aber es hat sich definitiv gelohnt. Das Ergebnis davon seht ihr am Ende meines Eintrags.

Sonst hat sich nicht viel geändert, außer dass ich seit Montag meine eigene Home-Office Kantine habe. Da wird sogar alles gekocht, was ich mir wünsche. Nein, Scherz bei Seite. Mein Freund ist seit Montag situationsbedingt auch zuhause und hat sich freiwillig gemeldet, das Kochen zu übernehmen. An diesen Luxus könnte ich mich gewöhnen, denn er kocht wirklich nicht schlecht. Das Küche aufräumen muss er jedoch noch etwas üben. Ans Arbeiten zuhause habe ich mich schon etwas mehr gewöhnt. Aber wie genau ich mich für die Arbeit zuhause jetzt organisiert habe und was ich mache, damit mir nicht die Decke auf den Kopf fällt, erzähle ich euch im nächsten Beitrag.

Corona Home Office

25.03.2020 Tag 8 Mittwoch=Schnittwoch

Sarah berichtet:

Liebes Tagebuch,

die Schönwetterfront ist in Kärnten definitiv vorbei. Wenn man in den Wetterbericht der nächsten Tage schaut, heißt es nur „kalt“, „bewölkt“ und sogar „Schnee“ (bäh!). Das dadurch das Arbeiten im Home-Office leichter wird, kann ich nicht behaupten. Man wünscht sich zwar nicht dauernd in die Sonne, aber dafür unter die kuschelige Decke auf die Couch.

Momentan wird in unserer Marketing-Abteilung ganz viel Content erstellt. Der Blog will mit hilfreichen Informationen zu Home-Office, Kurzarbeit und Co. befüllt werden, auf Social Media darf es auch ein wenig Feel-Good-Content sein. Ohne gute Kommunikation wäre das nicht zu schaffen, aber auch im Home-Office gilt: Teamwork makes the dream work 😉

Liebe Grüße aus dem kalten Kärnten und Durchhalten!

Home Office

26.03.2020 Tag 9 Das Wochenende naht

Nicole berichtet:

Bald haben wir wieder eine Woche geschafft. Wer nun aber glaubt, Überstunden im Home-Office gibt es nicht, dem kann ich eines Besseren belehren. Immer wieder höre ich zurzeit: „Ach, im Home-Office arbeitet man eh viel weniger.“ Oder: „Ich würde im Home-Office nie 40 Stunden arbeiten.“

Ja es mag vielleicht sein, dass es eher ungewöhnlich klingt, aber im Marketing haben wir im Moment so viel zu tun, dass wir auch im Home-Office Überstunden machen. Aber keine Sorge, die Freizeit kommt bei uns schon nicht zu kurz. Was mich jetzt jedoch schon sehr stört, ist die Tatsache, dass das Abschalten zuhause immer schwerer fällt. Die Arbeit stapelt sich und man weiß einfach, wie viel man noch zu erledigen hat. Dann liegt man abends auf der Couch, wirft einen Blick zum Schreibtisch, wo die Arbeitssachen liegen und wird ständig daran erinnert, was noch alles auf einen wartet. Da fällt es mir schon schwer, wirklich entspannt einen Film zu schauen oder ein Buch zu lesen.

Aber durchhalten. Morgen haben wir Freitag und das Wochenende steht vor der Türe. Da wird erst mal zwei Tage entspannt, bevor es am Montag mit neuen Kräften wieder ans Werk geht.

Frühling

27.03.2020 Tag 10 – Ab ins Wochende

Sarah berichtet:

Der letzte Tagebucheintrag meiner Kollegin hat mich dazu inspiriert, über die Trennung von Home-Office und Privatleben zu schreiben. Ich hab 3 Dinge, die ich dafür immer mache:

1. Nach der Arbeit alles wegräumen, das nach Arbeit aussieht: Bei mir heißt das Laptop, Notizen, To-Do-Liste, Post-its, etc. kommen alle in eine Schublade und damit außer Sichtweite. Nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn.

2. Mein Kopf braucht ein Ritual, mit dem er erkennt: So, jetzt ist der Arbeitstag vorüber. Meines sieht so aus: To-Do-Liste für den nächsten Tag schreiben, Schreibtisch aufräumen, lüften und eine Runde Yoga.
3. Keine E-Mails und Arbeits-Benachrichtigungen aufs Handy bekommen: Dass abends im Bett noch Arbeits-E-Mails lesen keine gute Idee ist, weiß jeder. Aber wenn man die Benachrichtigungen aufs Handy bekommt, kann man sie auch nicht ignorieren, wenns ständig aufleuchtet. Deshalb hab ich mir am Handy ein Zweitprofil eingerichtet, dass nur für die Arbeit ist. Nach Feierabend wechsle ich in mein Privatprofil.

Vielleicht ist hier ein Tipp dabei, der für jemanden im Home-Office hilfreich ist. Auf jeden Fall: Schönes Wochenende und bleibt gesund!

Home-Office

30.03.2020 Montag – Tag 11 im Home-Office

Nicole berichtet:

Jeder Tag fühlt sich an wie Sonntag. Das wir heute wieder Montag haben und eine neue Woche beginnt, war mir bis zu unserem Termin im Büro nicht bewusst. Ja, ich durfte heute wieder ins Büro für einen kurzen Termin mit meinem Chef und meinen Kolleginnen Sarah und Alexandra. Das war mein absolutes Highlight des Tages. Nicht nur, dass ich mal das Haus verlassen konnte, nein ich habe endlich mal wieder Menschen gesehen. Ich lebe zwar mit meinem Freund zusammen, aber außer ihn habe ich die letzten zwei Woche, keinen anderen Menschen gesehen, außer über Videochat.

Hätte ich meinen Hund nicht, wäre mir schon längst die Decke auf den Kopf gefallen. So komme ich immerhin zum Spazieren und zum Sport machen nach draußen. Und jedes Mal beim Spazieren frage ich mich, warum so viele Leute unterwegs sind. Habe ich da etwas falsch verstanden? Am Sonntag wollten wir bei uns in der Nähe eine Runde mit dem Hund rausgehen und überall waren so viele Menschen unterwegs und der „Sicherheitsabstand“ wurde kaum eingehalten. Wir haben uns dann kurzerhand umentschieden, sind mit dem Auto weggefahren und waren im Wald spazieren. Da war es genau so schön und viel ruhiger.

Im Home-Office läuft es bei mir mittlerweile auch gut. Ich mag es zwar immer noch nicht, habe mich aber nun damit abgefunden und mach das Beste daraus. Ich habe mir einen gemütlichen Platz zum Arbeiten hergerichtet und schon eine Routine im Tagesablauf. Jetzt ist es nicht mehr so schwer und es wird für mich immer leichter, mich zu konzentrieren. Auch diese Woche haben Sarah und ich wieder einiges an Arbeit und die Zeit wird dabei sicher ganz schnell vergehen. Dennoch hoffe ich das es nach den Ostern bei uns wieder im Büroweiter geht. Aber jetzt geht’s für mich erstmal in den Feierabend.

31.03.2020 Tag 12

Gastbeitrag:

Liebes Tagebuch, stellt euch vor, ihr habt gerade einen Job bekommen und werdet direkt ins Home-Office geworfen. Einem Freund ist das passiert, deshalb hab ich ihn gefragt, ob er einen Gastbeitrag bei uns hinterlassen will:
„Ich befinde mich in einer sehr speziellen Situation, weil ich letzten Mittwoch in einem neuen Unternehmen angefangen habe und jetzt natürlich auch im Home-Office arbeite. Ich möchte natürlich anmerken, dass ich sehr privilegiert bin, jetzt noch einen Arbeitsplatz zu erhalten, die Situation hat aber trotzdem ihre Vor- und Nachteile.
Ein großer Vorteil ist, dass durch die ganze Kommunikation über Gruppenchats man auch als Neuankömmling die Chance hat, gehört zu werden und Ideen einzubringen. Ebenfalls gefällt mir sehr, dass man nicht zu einer bestimmten Uhrzeit an einem Ort zu sein hat, sich seine Arbeitszeiten komplett flexibel einteilen und zu bestimmten Zeiten produktiv sein kann, und eine Pause machen kann, wenn man diese benötigt.
Was ein Vorteil ist, kann aber auch ein riesiger Nachteil werden. Man verliert die Struktur in seinem Leben, wird sehr komfortabel und speziell für die Arbeitswelt ist es problematisch, dass man nicht mit seinen Arbeitskollegen in einem Raum ist. Man kann sich einreden, dass man ja Skype-Calls in der Gruppe durchführen kann, um diese Nähe zu simulieren. Das wird aber maximal ein paar Male gemacht und dann verliert man die Lust darauf, da so etwas in einem guten Arbeitsklima auch nicht von der Führung angeordnet wird, da man sowieso davon auszugehen hat, dass die Arbeitenden in einem Unternehmen ihren Arbeitsprozess selbst am besten optimieren können.
Durch die flexiblen Arbeitszeiten arbeitet man eher länger als sonst und macht auch mal etwas um 20:00 Uhr fertig, obwohl offiziell seit 17:00 Uhr „Feierabend“ sein sollte. Man kann das natürlich als fleißig und gut betiteln, Fakt ist aber natürlich, dass wir für unsere 40-Stunden-Woche aus gutem Grund gekämpft haben und wir diese sonderbare Situation, in der wir uns aktuell befinden, nicht nach der Krise zur Normalität werden lassen sollten.“
Home Office

01.04.2020 Tag 13 im Home-Office

Nicole berichtet:

Die Zeit vergeht auch im Home-Office schnell. Dabei ist ein geregelter Tagesablauf wirklich wichtig. Anfangs ging es mir beim Arbeiten zuhause nicht so gut. Mittlerweile habe ich einen gut strukturierten Tagesablauf und eigenen Rituale, bevor die Arbeit beginnt und zu Feierabend.

In der Früh zum Beispiel gehe ich jetzt immer eine Stunde mit meinem Hund laufen. Da sind noch keine Leute unterwegs und ich kann gut abschalten und in Ruhe munter werden. Daheim gibt’s dann Frühstück, eine Tasse Tee und eine warme Dusche bevor es mit dem Arbeiten losgeht.

Nach der Arbeit lese ich nun jeden Tag zwanzig Seiten in meinem Buch. Räume dann alles weg und gehe mit dem Hund spazieren. Wenn ich dann wieder nachhause komme, erinnert nichts mehr an Arbeit und der Feierabend kann beginnen.

Also das Home-Office ist nun nicht mehr mein Problem. Dennoch freu ich mich immer noch auf das Arbeiten im Büro mit meinem Team. Denn zuhause ist es bei der Arbeit doch ziemlich einsam. Und nachdem uns jetzt auch noch vorgeschrieben wird, nur noch mit Mundschutz einkaufen zu gehen, wünsche ich mir wirklich, dass das ganze schnell endet. Als nächstes wird mir noch erklärt, wie ich mich zu kleiden habe, bevor ich vor die Türe gehe. Nicht falsch verstehen. Daheimbleiben und soziale Kontakte zu meiden ist wichtig. Nur so können wir bald wieder einen normalen Alltag führen. Doch gehen für mich persönlich die neuen Maßnahmen einen Schritt zu weit und erinnern langsam an Zeiten, die längst schon in Vergessenheit geraten sind. Ich kann nur sagen, haltet die Maßnahmen ein, doch schaltet nicht euer Hirn aus. Denkt darüber nach, was hier gerade passiert und hinterfragt kritisch die Sinnhaftigkeit. Nicht das wir, ohne es zu bemerken, in einer neuen Zeit landen, in der wir uns dann bestimmt nicht wohlfühlen werden.

Home Office

02.04.2020 Tag 14 wir kommen zum Ende unseres Tagebuchs

Sarah berichtet:

Am zweiten Home-Office-Schnittwoch haben wir gemerkt: In einer großen Gruppe zusammen via Video Call Spritzer trinken ist gar nicht so einfach, aber doch besser als gar nichts. Sowieso ist momentan jede Art des Austausches willkommen, auch wenn man zweimal nachfragen muss und das Bild ruckelt.
Ohne Video Tools wären wir momentan ziemlich aufgeschmissen, denn manche Dinge lassen sich nicht in einer E-Mail oder einer Chat-Nachricht klären. Wenn dann noch die Technik einigermaßen mitspielt, sind Video Calls für uns im Moment die beste Lösung. Und wenn man sich sehen kann, ist das auch schon etwas ganz anderes, als nur zu schreiben oder telefonieren.
Meinen Teil unseres Home-Office Tagebuchs möchte ich auf positive Art abschließen. Denn auch, wenn viele gerade meckern, könnte es (bei den meisten) auch schlimmer sein. Und mit ein wenig Glück haben wir es auch bald hinter uns!

03.04.2020 Tag 15 letzter Eintrag im Tagebuch

Nicole berichtet:

Heute haben wir die dritte Woche Home-Office geschafft. Wie lange wir noch von zuhause aus arbeiten werden? Das wissen wir auch noch nicht so genau, aber ich denke, dass wir bald wieder ins Büro zurückkehren dürfen. Das hier wird dennoch unser letzter Eintrag im Tagebuch. Ich konnte mich nun nach drei Wochen zuhause gut einarbeiten, habe meinen eigenen Ablauf und langsam wird das für mich zur neuen Routine. Ich bin deswegen schon etwas gespannt, wie es sein wird, wieder im Büro zu sein. Vielleicht gefällt es mir am Ende zuhause doch besser als im Büro. Es bleibt also spannend. Allerdings ist es schön zu beobachten, wie man sich an alles gut anpassen kann.

Für mich ist es schon normal, statt meine Eltern zu besuchen, sie einfach zwei bis drei Mal in der Woche anzurufen. Mit meinen Freunden mache ich oft Videocalls und wir spielen Stadt, Land, Fluss oder unterhalten uns nur und trinken gemeinsam einen Spritzer. Wenn man sich erstmal auf die neue Situation eingelassen hat, findet man Wege, sich damit zu arrangieren. Auch das Arbeiten hat sich im Home-Office eigentlich nicht verändert. Es ist schließlich immer noch dieselbe Arbeit, die ich gleich erledige wie immer, nur von zuhause aus.

Somit schließen wir hier an dieser Stelle unser Tagebuch. Doch eines noch zum Schluss: Verfolgt die Nachrichten und die aktuellen Entwicklungen. Hinterfragt was hier gerade passiert. Nehmt nicht jede neue Maßnahme einfach so hin, ohne darüber nachzudenken was das für euch, eure persönliche Freiheit und unsere Gesellschaft bedeutet. Damit will ich nicht sagen, dass die Maßnahmen der Regierung falsch sind, zumindest nicht alle. Doch bei manchen Dingen frag ich mich, müssen die sein? Wir dürfen nicht vergessen, dass es hier auch um unsere persönliche Freiheit und unsere Rechte geht, für die viele vor uns gekämpft haben. Bleibt wachsam, denkt nach und bleibt gesund. Wir bedanken uns fürs Lesen.

Sarah berichtet:

Liebes Tagebuch, ich werde es doch etwas vermissen, jeden zweiten Tag „Liebes Tagebuch“ zu schreiben. Meine eigenen Tagebuch-Versuche sind bisher immer kläglich gescheitert, da half auch das rosa Diddl-Notizbuch in der Grundschule und das megacoole Skater-Tagebuch in der Hauptschule nichts.

Auch ich kann ein positives Home-Office Resümee ziehen, denn mittlerweile kenn ich meinen Rhythmus und weiß, was ich brauche, um wirklich produktiv zu sein. Trotzdem freue ich mich, meine Kolleginnen und Kollegen im Büro wiederzutreffen. Nur von zuhause aus zu arbeiten, wäre nichts für mich. Aber so einmal in der Woche Home-Office statt im Büro? Daran würde ich mich schnell gewöhnen.

Ich hoffe, dass unser aller Leben bald wieder zur Normalität zurückgeht. Bleibt gesund und haltet durch!